"Das selbst gewählte Exil"

Eine Frau wird vom eigenen Ehemann vergewaltigt. Das bei dieser Vergewaltigung gezeugte Kind, ein Sohn, wird autistisch geboren. Als weigere es sich, wirklich in dieses Leben zu folgen, lebt es in seiner eigenen Welt. Als sei diese sein einziger, sein eigener Schutz. Für Mutter und Kind beginnt eine Odyssee von Arzt zu Arzt, Einrichtung zu Einrichtung, aber auch Seele zu Seele. Jeder kämpft um seinen eigenen Weg und den gemeinsamen, die eigene Seele und die des anderen. Der Kampf, der eigentlich aussichtslos ist, leitet allmählich und im Laufe all der Jahre zwischen Einsamkeit, Hoffnung und Verzweiflung, Wechselbädern und Rückschlägen eine wundersame Wende ein, die wie ein Wunder anmutet, aber letztlich auf die positive Energie der Frau und Mutter zurückgeht, die nicht aufgibt: Durch ihren und nur durch ihren ganz persönlichen Einsatz, bestehend aus Ausdauer, Disziplin, bedingungsloser Liebe und Zähigkeit geschieht das Unglaubliche: Der Sohn lernt sprechen, spielen, sich im Alltag zurecht zu finden, schafft die Mittlere Reife und beginnt im Alter von 19 Jahren über seinen eigenen Autismus zu reden.

Lara Andriessen, Jahrgang 1956, drei Kinder, ist mit dieser authentischen Schilderung ein einzigartiges Werk zu einem Thema gelungen, über das man vieles ahnt, doch wenig weiss. Sie hat nicht nur übermenschliches geleistet und ein scheinbar unabwendbares Schicksal sowohl für sich selbst wie auch ihren Sohn zum Positiven gewendet, sondern mit diesem Buch ein hoffnungsvolles Buch für andere Betroffene, Eltern autistischer Kinder geschaffen. Dafür muss man ihr dankbar sein, ihr gilt höchster Respekt. Ihr ist etwas abseits von medizinischen und psychologischen Erkenntnissen gelungen, was seinesgleichen oft vergeblich sucht.

Das Vorwort der Dipl. Psychologin und Menschenrechtlerin Monika Gerstendörfer fasst das Wunderbare dieses Buches zusammen: "Das Prinzip Hoffnung ist durch diese authentische Geschichte zu neuem Leben erweckt worden!" Ein Anhang mit Adressen und Hilfen für betroffene Eltern machen dieses Buch zu einem wertvollen Hilfswerk.

©Ulrike M. Dierkes

Durchschnittliche Kundenbewertung:

Gewalt - Auswirkungen - Exil - Autismus..., 18. Oktober 2002

Rezensentin/Rezensent aus Reutlingen Ich schließe mich dem Vorwort der Menschenrechtlerin zu diesem Buch an: "Lara Andriessen zeigte bereits in ihrem Erstlingswerk „Verdauung der Masken", dass in ihr eine Schriftstellerin steckt, die uns Wichtiges zu sagen hat. Durch ihren zweiten autobiographischen Lebensbericht „Das selbst gewählte Exil, frühkindlicher Autismus und Kleinwuchs" beweist sie endgültig ihr Format. In diesem Buch erzählt die Autorin zwei Geschichten: ihre eigene in Wechselwirkung mit der ihres Sohnes, bei dem sie schon während der Schwangerschaft spürte, dass etwas nicht stimmen kann: Dieses Kind bewegt sich nicht im Mutterleib, wie sie es bei ihren beiden Töchtern doch erlebt hatte.

Die junge Mutter von zwei kleinen Töchtern nun auch noch mit einem Baby konfrontiert, das keinen Ton von sich gibt, das die Mutterbrust verweigert, das ganz offensichtlich nicht leben und in unsere Welt will.
Die Zeit vom Babyalter über die Kleinkindphase bis hin zum Schulkind ist gezeichnet von Qual, Kampf, Tränen, nervtötendem Schreien des Jungen, Zusammenbrüchen, wieder Aufstehen, Weiterkämpfen für dieses Kind und von der stetigen Suche nach Lösungen. Lara versucht zu verstehen, einzuordnen, neu zu sortieren, zu begreifen und nicht aufzugeben. Sie sucht verzweifelt Hilfe bei Experten und Expertinnen unterschiedlichster Fachbereiche. Hier und da trifft sie auf jemanden der oder die ein Stück weiterhelfen kann. Aber oft (zu oft!) lässt man sie wie gegen Beton laufen.


Die Ignoranz und die Angst der Mitglieder unserer Gesellschaften, sich einmal zu stellen und auf den tiefen Grund zu sehen, ist sehr ausgeprägt. Das bekommt sie zu spüren. Das ist das dominierende Verhaltensmuster der Umwelt.
Genau so kommt die Einsamkeit der Opfer zustande.
Viele weichen aus, sehen lieber weg.
Aber Lara Andriessen hält uns den Spiegel so dicht vors Gesicht, dass ein Ausweichen nicht mehr möglich ist. Durch die lebendigen Dialoge, die phänomenologische Beschreibung ihrer inneren und äußeren Lebenswirklichkeiten zieht sie uns in das Geschehen hinein und bietet auf diese Weise die Möglichkeit, vieles mit zu erleben und nach zu fühlen. Es ist, als ob sie uns die Hand reicht: „Komm, ich zeige dir etwas, das du noch nicht kennst." Man bleibt in jedem Falle gebannt bis zum Schluss. Auch das ist eine besondere Qualität dieser Autorin: Sie erzählt spannend, lässt ihre Leser/innen nicht mehr los, bis das Buch zu Ende gelesen ist.


„Das selbst gewählte Exil" zeigt aber noch weit mehr. Durch die Verquickung der Lebensgeschichten wird überdeutlich, was für eine - im wahrsten Sinne des Wortes - GEWALT-ige Energie sexualisierte Kindesmisshandlungen und erzeugen wie sehr auch eine einzelne, verbrecherische Aktion dieser Art über den Rahmen der konkreten Tat hinausgeht und zerstörerisch auf mehr als nur einen Menschen wirkt.
Die Geschichte ist erschütternd; erschütternd wahr eben. Die Tatsache, dass Lara all das als Mutter, als Frau in dieser Gesellschaft und als Opfer massivster Gewalt durchgehalten hat und ihr Sohn heute wirklich lebt, scheint wie ein Wunder zu sein. Aber es ist kein Wunder, das vom Himmel schwebte, sondern eines, das sie durch harte und kontinuierliche Arbeit (auch an sich selbst) vollbracht hat. Hier ist der aus psychologischer Sicht wichtigste Punkt: „ Es ist nicht alles verloren, es gibt Hoffnung, man kann etwas tun." Diese Botschaften kommen rüber!


Das größte Verdienst der Autorin ist ihr „Beweis", dass das Prinzip „Gewalt erzeugt Gewalt" überwunden werden kann. Ja, sie beweist es, denn sie setzt der vielfältigen und massiven Gewalt, die sie selbst erleben musste, eine nahezu unerschütterliche Liebe und Liebesbereitschaft entgegen und ist damit am Ende erfolgreich.
In über einem Jahrzehnt aktiver Menschenrechtsarbeit im Problembereich der sexualisierten Gewalt ist mir keine Buchpublikation zu solchen Themen untergekommen, die gleichzeitig literarisch und fachlich von solcher Qualität war; bis ich Lara Andriessen traf und an ihren schriftlichen „Verdauungen" teilhaben durfte.
Das „Prinzip Hoffnung" ist durch diese authentische Geschichte zu neuem Leben erweckt worden. Dafür sei der Autorin Dank.
Ich wünsche diesem Buch Millionen von Leserinnen und Lesern!"

Durchschnittliche Kundenbewertung:

"Das selbst gewählte Exil"

Lara Andriessens Buch "Das selbst gewählte Exil" ist die authentische Schilderung ihres Zusammenlebens mit einem frühautistischen Kind, Valentin! Er verweigert die Muttermilch und bleibt anfangs stumm und bewegungslos. Dann alarmieren seine schrillen, abgehackten, nervtötenden Schreie seine Umwelt. Valentin lebt in seiner eigenen Welt des "Andersseins", erscheint unerreichbar und teilnahmslos und zeigt kein Bedürfnis nach Sozialkontakt. Alles Ungewohnte versetzt ihn in Verwirrung oder Panik. Will er nicht in diese Welt. Durch den persönlichen Einsatz der Mutter und ihre >selbst gebastelten Therapien< lernt Valentin zu spielen, zu sprechen und sich im Alltag zurechtzufinden; und in bewegender Weise schildert die Mutter, wie sie sich durch den Dschungel der Therapien kämpft: Bobath- Therapie, Spieltherapie, Optionstherapie, Holding-Therapie, Erbsen-Bad, Streichel-Therapie, Sprachtherapie u.s.w. Wir erleben, wie die Suche nach einem Kindergartenplatz endlich gut ausgeht. Wir bangen und zittern mit, wenn die Mutter gegen den Widerstand eines Schulsystems, das weder im Sonderschul- noch im Regelschulbereich geeignete Bildungsangebote für autistische Kinder bereit hält, für die Einschulung ihres Kindes in eine ganz normale Grundschule kämpft. Schließlich schafft es Valentin sogar die Realschule erfolgreich zu absolvieren, und fasziniert erleben wir, wie sich der inzwischen 19-jährige Valentin selbst über seinen Autismus äußert.

Wertvolle Hilfen für betroffene Eltern bietet auch der Anhang des Buches, der u.a. Informationen über die Merkmale autistischer Kinder, Angaben zu Therapien, Adressen von Therapiezentren, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen und Lesetipps enthält.

Deutsche Behinderten-Zeitschrift 1-2004


Kundenrezensionen bei www.amazon.de

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"Das selbst gewählte Exil"

Hilfe für das Autistische Kind. Vereinigung zur Förderung Autistischer Menschen Regionalverband Rhein - Main e.V. Alt Rödelheim 60489 Frankfurt am Main. 21.04.2005

Sehr geehrter Frau Andriessen, danke für die Zusendung Ihres Buches "Das selbst gewählte Exil". Eine Rezension erfolgte in unserem Rundschreiben vom 4. Januar dieses Jahres, das an 350 Personen (zumeist Mitglieder) ging. Wir werden das Buch gelegentlich auch weiteren Interessenten nennen. Es freut uns, dass Sie darin auch auf unseren Verband einen Hinweis brachten. Ihrem Kind alle guten Wünsche.

Mit freundlichen Grüßen

Uta H.

Geschäftsstelle

Buchbesprechung

"Das selbst gewählte Exil"

Die Autorin schildert die Geschichte ihres Sohnes Valentin, bei dem frühkindlicher Autismus (mit einem Jahr) diagnostiziert wird. (Im Verlauf der Geschichte wird klar, dass keine geistige Behinderung vorliegt.) Das Buch beginnt mit der Schilderung einer Vergewaltigung durch den ***.

Zeitgleich findet auch die Zeugung von Valentin statt. (Geburt mit Komplikationen, Nabelschnur um den Hals, Baby schreit und atmet nicht, erscheint bewegungslos.) Schilderung der Abwehrhaltung: Verweigerung der Nahrung, kein Stillen möglich, Verweigerung der Kontaktaufnahme HNO stellt die Diagnose. Dann werden verschiedene Therapien beschrieben, die der Junge durchläuft. Inhaltlich werden diese nur oberflächlich geschildert. Die Schulaufnahme wird sehr dramatisch geschildert. Mir hat das buch persönlich nicht so gut gefallen. Meiner Ansicht nach ist das Buch zu emotional geschrieben. Was mir völlig abstrus erschien, war der vermeintliche Zusammenhang zwischen der Vergewaltigung und der Behinderung des Kindes.

Die Mutter des Kindes ist sehr kämpferisch und setzt viele verschiedene Dinge für ihren Sohn durch. Zu wenig differenziert erscheint mir, dass jede Förderung zwangsläufig zum Erfolg führt. Es wird nicht deutlich, dass jede Therapie sehr individuell betrachtet werden muss.

Andrea K., Wiesbaden

*** dienen zum Selbstschutz

Vorwort von Monika Gerstendörfer

Lara Andriessen zeigte bereits in ihrem Hauptwerk »Blutiger Sonnenaufgang« und in weiteren fünf Veröffentlichungen, dass in ihr eine Schriftstellerin steckt, die uns Wichtiges zu sagen hat. In ihrem autobiographischen Buch »Das selbst gewählte Exil« beweist sie nun endgültig ihr Format. In diesem Buch erzählt die Autorin zwei Geschichten: ihre eigene in Wechselwirkung mit der ihres Sohnes, bei dem sie schon während der Schwangerschaft spürte, dass etwas nicht stimmen konnte: Dieses Kind bewegte sich nicht im Mutterleib, wie sie es bei ihren beiden Töchtern zuvor erlebt hatte. Der kleine Valentin - das Ergebnis einer Vergewaltigung durch den eigenen Ehemann! Doch als ob das in seiner Schwere immer noch weit unterschätzte Trauma einer Vergewaltigung nicht schon ausreichen würde, sieht sich die junge Mutter von zwei kleinen Töchtern nun auch noch mit einem Baby konfrontiert, das keinen Ton von sich gibt, das die Muttermilch verweigert und das ganz offensichtlich nicht leben und in unsere Welt will.

Die Zeit vom Babyalter über die Kleinkindphase bis hin zum Schulkind wird geprägt von Qual, Kampf, Tränen, nervtötenden Schreien des Jungen, Zusammenbrüchen, Neuanfängen, dem Weiterkämpfen für dieses Kind und von der stetigen Suche nach Lösungen. Lara versucht zu verstehen, einzuordnen, neu zu sortieren, zu begreifen und nicht aufzugeben. Sie sucht verzweifelt Hilfe bei Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachbereiche. Von ihrem Mann, der zugleich ihr Vergewaltiger und der biologische Vater dieses Sohnes ist, hat sie keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil. Hier und da trifft Lara auf Menschen, die ein Stück weiterhelfen können. Aber oft lässt man sie gegen Beton laufen. Die Ignoranz und die Angst in unserer Gesellschaft, sich zu stellen und auf den tiefen Grund zu sehen, ist sehr ausgeprägt. Das bekommt Lara zu spüren. Das ist das dominierende Verhaltensmuster der Umwelt. Genauso kommt die Einsamkeit der Opfer zustande.

Viele Menschen im sozialen Umfeld weichen aus, sehen lieber weg! Aber Lara Andriessen hält uns den Spiegel so dicht vors Gesicht, dass ein Ausweichen unmöglich wird. Durch die lebendigen Dialoge und die phänomenologische Beschreibung ihrer inneren und äußeren Lebenswirklichkeiten zieht sie uns mitten ins Geschehen hinein und gewährt uns so die Möglichkeit, vieles unmittelbar mitzuerleben und nachzufühlen. Es ist, als ob Lara uns die Hand reicht: »Komm, ich zeig dir was, was du noch nicht kennst!« Wir bleiben in jedem Fall gebannt bis zum Schluss. Auch das ist eine besondere Qualität dieser Autorin. Sie erzählt so spannend, dass sie die Leserinnen und Leser nicht mehr loslässt, bis sie das Buch zu Ende gelesen haben. »Das selbst gewählte Exil« zeigt aber noch weit mehr. Durch die Verquickung der Lebensgeschichten der Autorin und ihres Kindes wird überdeutlich, was für eine - im wahrsten Sinne des Wortes - »gewaltige« Energie sexualisierte Kindesmisshandlungen und Vergewaltigungen erzeugen und wie sehr auch eine einzelne verbrecherische Aktion dieser Art über den Rahmen der konkreten Tat hinausgeht und zerstörerisch auf mehr als nur einen Menschen wirkt. Die Geschichte ist erschütternd - erschütternd wahr eben.

Die Tatsache, dass Lara all das als Mutter, als Frau dieser Gesellschaft und als Opfer massivster Gewalt durchgehalten hat und ihr Sohn heute wirklich lebt, erscheint uns wie ein Wunder. Aber es ist kein Wunder, das vom Himmel geschwebt ist, sondern ein »Wunder«, das Lara durch harte, kontinuierliche Arbeit, auch an sich selbst, vollbracht hat. Hier ist der aus psychologischer Sicht wichtigste Punkt: Es ist nicht alles verloren! Es gibt Hoffnung! Wir können etwas tun! Diese Botschaften kommen rüber. Das größte Verdienst der Autorin ist ihr »Beweis«, dass das Prinzip »Gewalt erzeugt Gewalt« überwunden werden kann. Ja, sie beweist es, denn sie setzt der vielfältigen und massiven Gewalt, die sie selbst erleben musste, eine nahezu unerschütterliche Liebe und Liebesbereitschaft entgegen und erweist sich damit am Ende als erfolgreich.

In über einem Jahrzehnt aktiver Menschenrechtsarbeit im Problembereich der sexualisierten Gewalt ist mir keine Buchpublikation zu solchen Themen untergekommen, die gleichzeitig literarisch und fachlich von solcher Qualität war - bis ich Lara Andriessen kennen lernte und an der schriftstellerischen Verarbeitung ihrer Erfahrungen teilhaben durfte. Das »Prinzip Hoffnung« ist durch diese authentische Geschichte zu neuem Leben erweckt worden. Dafür sage ich der Autorin von ganzem Herzen meinen Dank!
Ich wünsche diesem Buch Millionen von Leserinnen und Lesern!

Monika Gerstendörfer, Diplompsychologin und Geschäftsführerin der Lobby für
Menschenrechte e. V.