Gedichte

zum Thema "Missbrauch und Gewalt"

Die Schmerzen, die mich verbrannten,
die tiefen Narben auf meiner Seele,
es hat sich gelohnt, auf der Welt zu sein,
denn nur so war es mir erlaubt,
den Weg zu gehen, den ich gegangen bin,
um dort anzukommen wo ich jetzt stehe,
aus dem ganz mitten drin,
bis tief runter,
genau dazwischen,
voll hindurch,
und darüber hinaus!

BRECHT EUER SCHWEIGEN
WARTET NICHT SO LANGE, WIE ICH GEWARTET HABE!

Der Brief

Für dich, Vater

Es gibt nicht für alle Gefühle eine Schublade, in der ich etwas verstecken kann. Wenn eine Tochter ihren Vater liebt, dann liebt sie ihn einfach, auch wenn der Kopf es nicht versteht!

Du warst für mich als Kind schon "zu viele". Hinter zu vielen Namen hast du dich versteckt. Zu viele Masken trugen dein Gesicht - hinter so unendlich vielen Figuren.

Du hast ein Wunderland deiner Träume erschaffen und mich als eine Gestalt deiner Phantasien darin. Alles, was du erschaffen hast, traf mitten in mein Herz. Ein Teil in meinem Körper ist dabei in der höchsten Qual gestorben, ohne dass meine Seele diesen für immer - wirklich - verließ. Unsere Märchenwelt erzählt nur noch von Wehmut und dem matten Glanz einer Illusion.

Deine Zauberkraft ist verloren, und du bist für mich wehrlos geworden.

Ich wünsche mir, eine Stimme zu hören, und will sicher sein, dass sie von jemanden kommt, der genauso empfindet wie ich. Ich möchte Lippen berühren, ohne den furchtbaren Augenblick zu durchleben oder kontrollieren zu müssen, ob es vielleicht doch deine Lippen sind, die ich auf meinen spüre. Ich will leben und lieben.

OHNE DICH!

Deine Tochter Lara Quelle: Buch "Blutiger Sonnenaufgang"

ICH bin ICH

Leise kommt er angeschlichen der Mann seiner ewigen Tat.
In die Schutzecke verkriechend,
schreit meine Seele: Angst, Schmerz und Verrat!
Mann, gab mir in der Kindheit nicht Liebe,
die Unschuld nahm er mir,
als ich als Kind lag
klein in der Wiege!

Ich will nicht mehr gehorsam sein,
gezähmt, missbraucht, benutzt,
das weiße Laken unter mir
von seiner blanken Gier beschmutzt!

Nacht für Nacht hat Mann mich berührt,
ich habe dabei die Sehnsucht nach dem Tode verspürt.
Mann, wollte Besitz über Körper und Seele,
doch nun bin ich groß und warne ihn, kreuz niemals mehr meine Wege!

Denn Mann, wird er mich noch einmal begehren,
so werd ich bis aufs Messer mich vor ihm wehren,
bevor ich mich wieder im dunklen Tal verlier,
denn ab heut gehör ich nur noch mir!

ICH bin mein Leben!
ICH bin ICH
und das endgültig, Mann,
vergiss es nicht!!!

© Lara Andriessen; Autorin

"Verdauung der Masken"

FÜR LARA

Als der Himmel
über dir einstürzte
und sich die Hölle
vor dir auftat,
wusste ich noch nicht,
dass es dich gibt.

Als dein Körper
erbarmungslos geschlagen
und abgrundtief
geschunden wurde
und deine Seele
um Hilfe schrie,
war ich dir fern
und ich kannte dich noch nicht.

Heute weiß ich:
Ich hätte
für dich
gekämpft
und nicht zugelassen,
was geschehen ist
an dir,
an deinem Körper und Geist.
Ich hätte dich
aus der Hölle
geholt
und auf eine weiße Wolke gesetzt!

Doris Dantz; Autorin; Berlin

SCHWEIGEN

"Für Lara"

Schweigen ist nicht Stille.
Stille ist der Schutz.
Schweigen ist die Hülle,
die der Seele nutzt.

Stille ist nicht Schweigen,
nur kein Ton erklingt.
Es ist das Verweilen,
in das nichts Böses dringt.

Marianne Karch - Zscharnack; Autorin; Rheinland-Pfalz

"FEE"

Für Lara

Das scheinbar Unsichtbare

wird von all` jenen wahrgenommen,

die sich immer mehr Glauben als gesunden Menschenverstand bewahrt haben

und darauf achteten, niemandes Traum zu zerstören!

LARA-FEE Nur ganz wenigen zeigt sich die Fee. Lächelnd doch mit beharrlichem und tiefgründigem Ernst schwebt sie wie eine unbeschreiblich schöne Melodie durch die Welt. Sie klopft leise an, um Einlass zu begehren - in die Menschenherzen, die sich vor langer Zeit vor Trauer und Enttäuschung, Einsamkeit und Leere verschlossen und verhärtet haben. Und dann hört sie sich ihre Geschichten an. Jene, die einen zum Weinen bringen und solche, die einen lauthals lachen lassen. So viele Geschichten, in denen man sich verlieren kann, um zu vergessen. In denen sich die Menschen immer dann wiederfinden, wenn sie sich erinnern. Die Fee erweckt Kindheitserinnerungen wieder zum Leben, lässt unsentimental zurückblicken in die eigenwillige, ewig lebendige Welt der melancholischsten, anrührendsten, verlorengegangenen - und geglaubten Gefühle.Für Lara! von Madelaine Eske; Autorin und Malerin; Berlin

Gedichte zum Buch "Blutiger Sonnenafgang"

Kinder Sind Tabu

(Musikgruppe: PUR)

Solche Bilder hab ich noch nie geseh`n,
solche Bilder will ich auch nie mehr seh`n.
Mitleid und Abscheu,
mir war nur noch schlecht.

Dass es so was gibt, hab ich wohl gewusst,
sie verstecken es hinter perverser "Lust",
doch die nackte Gewalt
ist das Mittel und der Zweck.

Die jungen Opfer sind zerbrechliche Wesen,
sind hilflos, sie haben nichts getan,
Opfer, die man leicht beeinflussen kann.

Sie sind völlig schutzlos, ausgeliefert.
Angst, die sie gefügig macht,
bedroht und eingeschüchtert.
Nein - Verbrechen ist kein Spaß,
und Liebe ist kein Hass.

KINDER SIND TABU, KINDER SIND TABU.
lasst die kleinen Mädchen in Ruh.
ihr Leben versteh`n - ohne Angst und Gewalt.
Sie wachsen seh`n - Kinder sind tabu.

Das ist kein Kavaliers-, kein Sexualdelikt,
sie machen Geld damit - sogar im Internet.
Kinder werden videogerecht gequält.
Das ist nicht weit weg, das ist unter uns,
diese "Zärtlichkeit" ist Folterkunst,
jedes Schuld- und Mitgefühl krank - fremd.

Wenn ich als Vater an die Opfer denke,
mir das Mitleid für die Täter fehlt,
dann geb ich zu, ich will`s nicht versteh`n.

Wie man einem schwachen kleinen Mann,
einer kleinen Frau so was antun kann ...
Jeder ist mir zuwider, der Kinder so benutzt,
sie brauchen unseren Schutz.

KINDER SIND TABU, KINDER SIND TABU.
Lasst die Kleinen in Ruh.
Ihr Leben versteh`n - ohne Angst und Gewalt.
Sie wachsen seh`n - Kinder sind tabu.

Wenn der "nette Herr" dort in der Nachbarschaft
sich an kleinen Jungs zu schaffen macht,
ist der Schaden groß, doch die Strafe klein,
das wird schon nicht so schlimm sein.

Wenn der "gute Onkel", der den Kitzel vermisst,
zu ganz kleinen Mädchen ganz "lieb" ist,
dann reicht es, wir drücken kein Auge zu,
fasst sie nicht an, lasst sie in Ruh.

DENN KINDER SIND TABU.

Die Tränenstraße

Und ich ging eine Tränenstraße entlang, doch sie war nicht nass, sondern trocken, denn ich hatte alle Tränen geschluckt, und so war mir übel vom vielen Nass, ja, ich drohte zu bersten, dennoch spie ich die Tränen nicht aus, ich hatte Angst, sie würden einen Ozean füllen und ich müsste unweigerlich darin ertrinken.

Elend war mir, ich hoffte mit Zagen,
auf ein riesiges Loch zu treffen,
das all das Nass aufnehmen würde;
ein Loch mit lockerem Boden
könnte mich erleichtern.

Ich fand einen versiegten Brunnen,
doch schien er mir zu klein
für alle Wasser, die ich in mir trug.

Ich suchte weiter, tappte umher,
und jeder Schritt wurde gefährlicher,
denn meine Hülle ächzte schon.

Schleppend zog ich voran.
Wie gern hätt´ ich geweint,
doch ich wusste,
dass ich nicht beginnen durfte,
denn der Teufel hatte einen Kreis gemalt,
und ich ging die Tränenstraße entlang ...
Sie war salzig und spröde;
mein Durst, er brachte mich zum Lachen,
glaubte ich doch unerschütterlich,
ich müde Kriegerin würde siegen.
Ein Wille schlug mich vor sich her;
da sah ich plötzlich eine Grube.
Mit Hast begann ich auszuspei´n
und spie und spie und merkte nicht:

Der Tränenlauf
versiegte nicht!

Für Lara von Tara.
Mit aller Liebe und Wärme,
die ich habe.
6.Februar 1990

Frage an dich

Bist du
es wirklich,
der mir sagte:
"mein Kind
ich liebe dich"
Bist du
es wirklich
der mir sagte
"mein Kind
ich beschütze dich"
Bist du es wirklich?
Nein, das bist
du nicht.

Du bist anders.

Das bist nicht du.

Nur: Wer bist du?
Und immer wieder wehre ich mich.
Nacht für Nacht
der selbe Traum
ich sehe ihn, ich spüre ihn

und

schreie

und

wehr mich mit aller Kraft -
doch stärker scheint nur er -
- er der alles kaputt gemacht.

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Viele Grüße und alles Gute für Sie aus Norddeutschland.

Regine Andresen